| Wasser für Berlin | | | impressum |
| Projekt zur aqua-technischen Umgestaltung der ostdeutschen Wüstengebiete | ||
| Einführung in die Grundidee | ||
| entwickelt von Michael Trachenberge |
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Klimagipfel gescheitert. Umweltkonferenz ohne Ergebnisse vertagt. Neuer Anlauf fehlgeschlagen. Kanzlerin zeigt sich enttäuscht... Schlagzeilen wie diese verfolgen den Medienkonsumenten das ganze Jahr über. Gibt es noch Hoffnung, fragt sich so mancher besorgter Bürger. Wann wachen die da oben endlich auf? Vor allem bei uns in Deutschland wächst der Unmut über die offenkundige Passivität der Weltgemeinschaft. Immerhin sind wir es ja, die Menschen in Deutschland, bei denen das Bewusstsein über Klima und Umwelt höher entwickelt ist als anderswo. Aber haben wir wirklich bereits alles im eigenen Lande getan, um das Klima zu retten? Können wir wirklich ruhigen Gewissens auf andere zeigen, oder haben wir vielleicht eigene - klimapolitische - Leichen im Keller, an denen zu rühren niemand hier wirklich wagt? Lasst uns doch den Blick auf einen Zustand richten, der seit Jahrzehnten schon nach einer Lösung schreit: Es ist April. Milder Frühlingsregen lässt überall in deutschen Landen Bäume und Sträucher erblühen,
frische feuchte Luft macht jeden Atemzug zum Genuss - mit einer Ausnahme, und die nennt sich Berlin. Es wird August, es wird September. Städte und Dörfer zwischen Alpen und Donau stehen unter Wasser, Dauerregen gefährdet Kunstschätze, die Menschen in Bayern, in Sachsen und am Rhein müssen einmal mehr um die Früchte ihres Fleißes bangen. Nur in einer einzigen Region Deutschlands hält glühende Hitze Mensch und Tier in gnadenlosem Würgegriff gefangen. Es ist Berlin-Brandenburg, das Gebiet, in dem von April bis Oktober das Leben unter der immerwährenden Glut auf Sparflamme läuft, die Arbeit fast zwangsläufig ruht und die Verantwortlichen der mit Subventionen geköderten Unternehmen gramgebeugt vor den roten Zahlen in ihren Bilanzen verharren. Anlass zur Freude nur für die Grüppchen der euphorisch zugereisten Sonnenanbeter und für die putzigen Politiker "aus der Region", die Brandenburg stolz als "die kleine DDR" bezeichnen. Die "kleine Sahara" wäre treffender, im wörtlichen Sinne ebenso, wie als Metapher für die politischen Träume, die auf der Unproduktivität gründen; und die Freunde des erzwungenen Müßiggangs vergessen, dass der Länderfinanzausgleich, von dem sie zerren, auf einem Gesetz beruht, das nicht von Gott, sondern von Menschen geschaffen - und von Menschen auch wieder aufgehoben werden kann. Was würde dann werden, aus der Wüste Berlin-Brandenburg? So wie es ist, kann es jedenfalls nicht mehr länger weitergehen: In ein Gebiet, dessen Besiedlung sich schon wegen seines extrem unwirtlichen Kontinentalklimas hätte verbieten müssen, werden fortwährend Menschenmassen gelockt. Massen, die nun, millionenfach zusammengepfercht in unzähligen aufgeheizten Behausungen, die auf sie eindrückende Hitze reproduzieren und damit für eine endgültige Erstarrung der hochsommerlichen Dauerglutsäulen sorgen. Die natürlichen Luftzirkulationen über Mitteleuropa sind zum Erliegen gebracht, atlantische Tiefausläufer können nicht mehr nach Nordosten ziehen. Liegen hier vielleicht die wahren Ursachen für die befürchtete Erwärmung unseres Planeten? Führt die Übersiedlung der Märkischen Wüste zum Schmelzen des arktischen Eises? Wie sieht es also wirklich aus mit dem Umweltbewusstsein von uns Deutschen? Folgen den verbalen Bekundungen denn hin und wieder auch mal Taten? Zehntausende Angestellte und Beamte werden jährlich gezwungen, ihrem Arbeitgeber nach Berlin zu folgen. Aber das reicht offenbar noch nicht. Unfassbar, dass es noch dreimal mehr sind, die freiwillig kommen! Warum tun sie das? Herrscharen von ambitionierten Männern und Frauen docken jedes Jahr in der Hauptstadt an, doch keiner sagt ihnen vorher, dass sie sich die Honorare für ihre kreativen Tätigkeiten schon selbst von daheim mitbringen müssen. Hier gibt es niemanden, der ihre Talente braucht. Niemanden, dem sie auch nur einen Euro wert wären. Schon bald nach ihrer Ankunft können sie sich nicht mal mehr eine Rückfahrkarte leisten. Hochbegabte Hilfeempfänger, gebrochen und gedemütigt, wer zählt sie noch in der Hauptstadtwüste? Männer, die einst kamen, um Künstler zu werden, und nun, vom Kummer gezeichnet und in Flohmarkt-Lumpen gehüllt, um die Ecken schleichen. Hunderttausende von Schattengestalten, die verstohlen den Touristinnen nachschauen. Zwanzig Jahre oder länger ist es her, dass sie die Liebe zwischen Mann und Frau erlebten, damals, in ihrem kleinen Heimatort. Natürlich gibt es auch Menschen, denen es hier gefällt. Das soll überhaupt nicht verschwiegen werden. Menschen, die, getrieben von unbändiger Sehnsucht nach einer neuen Diktatur, in einer der Berliner Kaderschmieden eine erste Heimstatt finden. Durchaus anzunehmen auch, dass sie von den Bürgern in Hamburg oder München freundlich verabschiedet werden. "Zieht nur nach Berlin, ihr jungen Revolutionäre, und lasst euch Zeit mit der Rückkehr..." Aber was hat der Rest der Welt davon? Die Wüste Berlin, die nichts produziert außer Wahnvorstellungen, wird immer teurer und teurer im Unterhalt, und jeder, der mit draufzahlt, nimmt es hin. Glaubt denn wirklich noch jemand, dass da jemals von selbst ein sogenannter Paradigmenwechsel stattfinden wird? Es liegt auf der Hand, das halbherzige Maßnahmen hier keine Abhilfe bringen werden. Was not tut, ist ein so radikaler Befreiungsschlag, wie ihn kein Politiker, kein Lobbyist, kein Ökonom, kein Wissenschaftler zu denken wagen würde; eine Idee von solcher Kühnheit, wie sie nur von einem so ungewöhnlich begabten Künstler wie dem Autor dieser Zeilen ersonnen werden kann - ein Plan, nach dem die deutsche Landschaft so entschieden umgestaltet wird, wie es seit der letzten Eiszeit nicht mehr geschehen ist. |
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| Wir sprechen von einem | ||
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Projekt zur aqua-technischen Umgestaltung der Länder Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt in Verbindung mit einem geoterrestischen Rückbau der Gebiete zwischen Elbe und Oder |
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Wer auf dieser Welt braucht eigentlich so etwas wie den Berliner Hermannplatz? Was genau dachten sich
die Erfinder des Nordbahnhofs oder des Kurt-Schumacher-Damms? Wem genau nutzt das Land Brandenburg - dieser in sich geschlossene Albtraum zwischen Ludwigslust und der sächsischen Grenze - Lebensabend-Paradies für Stasi-Renter und Großraumbühne für ganzjährig stattfindende Depressionsfestspiele? Wäre hier nicht genau der richtige Raum für das größte Binnenmeer Europas? Würde Deutschland nicht spürbar gewinnen, wenn es die klimatisch und nicht ganz zufällig auch kulturell benachteiligten Gebiete seines Territoriums den Wellen von Nord- und Ostsee preisgäbe? Die überhitzte Hauptstadt, konsequent gekühlt. Hessen und der Harz, Thüringen und Sachsen wären plötzlich Regionen mit endlosen Stränden. Die Ostseeküste Mecklenburgs würde erhalten bleiben, nur "landeinwärts" ungefähr 30 Kilometer tiefer würde die Südküste des nun verschlankten Bundeslandes beginnen. Zu beiden Seiten, bei Greifswald und bei Wismar, würde ein gewaltiger Durchstich die Wassermassen in die zuvor ausgehobene riesige maritime Senke einlassen, und schon kurz darauf würde die angebliche Szenehauptstadt zur neuen Heimat für Scholle, Dorsch und Ostseehering werden. Nur die wenigen zusammenhängenden Waldgebiete in Brandenburg und Meck-Pomm würden als Inselchen erhalten bleiben, mit Sandstränden, und umspült von lieblich plätschernden oder stürmisch schäumenden Wellen. Der Rest wird plattgemacht, vor allem in Berlin. Oh ja, genau da! Die unzähligen schlampig sanierten und peinlich aufgemotzten Altbaubruchbuden ebenso wie die Neubauten, die, man kann es nicht glauben, über all die Jahrzehnte nicht einmal mit Klimaanlagen ausgestattet wurden. Sogar dazu waren sie zu doof, in der simulierten Metropole. - Oh, sorry, die Energiekosten! Ja, wenn man Kernkraftwerke fürchtet, wie einst der Klerus den freien Geist, muss man halt für den Energieverbrauch Wucherpreise an diktatorische Regime zahlen. - Zumindest bis zum Auszug in die neuen Heimatländer. Danach wird alles, was vom Lande Preußen östlich der Elbe noch übrig sein wird, umgepflügt und ausgebaggert. Der anfallende Erdaushub könnte beispielsweise zur Nachmodellierung der deutschen Mittelgebirgslandschaften verwendet werden. Es wird nämlich viel anfallen an neuverwendbarem Erdreich; und man wird noch gründlich über dessen sinnvolle Verwendungsmöglichkeiten nachdenken müssen, denn auch zwischen Bremerhaven und Cuxhaven wird ein Durchstich erforderlich sein, damit eine ökologisch vertretbare Zirkulation des Meerwassers im neuen Ostseebecken zwischen Oder und Thüringer Wald in Gang kommen kann. Das heißt, dass - leider, wie hier unumwunden zugegeben wird - auch einige dünn besiedelte Teile Niedersachsens daran glauben müssen. Naturschutzgebiete wie die Lüneburger Heide aber bleiben in ihren Kerngebieten als Inseln erhalten. Wie schon angedeutet, wird der Name des neugeschaffenen Meeres "Ostsee" lauten, während das Gewässer zwischen Rostock und Finnland künftig - wie in anderen Sprachen auch - als "Baltisches Meer "bezeichnet wird. Die weitausgedehnte Wasserfläche, die nun das gesamte Gebiet Berlin-Brandenburgs, sowie das fast komplette Sachsen-Anhalt bedeckt, wird für eine ständig hohe Verdunstung und eine daraus resultierende dichte Wolkendecke sorgen, die auch im Sommer meist geschlossen sein wird und sich mit den westlichen Tiefausläufern vom Atlantik her verbindet. Das ganze Deutschland kommt nun endlich in den Genuss eines von Januar bis Dezember anhaltenden Seeklimas. Die Jahresdurchschnittstemperatur wird sinken, hier bei uns in Zentraleuropa, in angrenzenden Gebieten, und schließlich ganz oben bei den Eisbären in der Arktis. Was bedeutet das konkret? Es bedeutet: Ein Alptraum wird von den Nordsee-Anrainern weichen. Angesichts der alljährlich wiederkehrenden Bilder von den Flutkatastrophen in den anderen Teilen der Welt werden sich viele Europäer bereits gefragt haben, ob das denn auch an den Gestaden des alten Kontinents passieren könne? Aber ja, natürlich kann es das. Nach Einschätzung der uns vom Fernsehen her bekannten Klimaforscher schreitet die Erderwärmung voran, die Grönlandgletscher schmelzen, der Meeresspiegel steigt, und gerade für die Küstenregionen entlang der Nordsee sind immer stärkere Stürme und Regengüsse in den Herbst- und Frühjahrsmonaten vorhergesagt. Wunderschöne Städte wie Hamburg, Köln, Amsterdam oder Antwerpen sind durch Sturmfluten bedroht - es sei denn, das Projekt zur Maritimisierung des ehemaligen Beitrittsgebietes wird zügig umgesetzt. Die Märkische Wüste erhielte plötzlich einen Sinn - als Negation ihrer selbst. Und Berlin wäre zum ersten Mal seit seiner Gründung für etwas gut. Das Hässliche opfert sich dem Schönen und gewinnt damit selbst sogar ein wenig an Charme. Die Zauderer und Bremser natürlich, die immer da zur Stelle sind, wo etwas Neues entsteht, werden sich mit Hinweis auf die "unrettbar verloren gehenden Baudenkmäler und Kunstschätze" versuchen, der Idee entgegenzustemmen. Vergeblich allerdings. Denn "unrettbar verloren" geht überhaupt nichts von dem, was erhaltenswert ist. Kunstschätze werden über's Land verteilt und Baudenkmäler werden transloziert. Schlösser, Kunstsammlungen und historische Gärten werden neu errichtet und neu präsentiert, in Regionen der Bundesrepublik Deutschland, die ästhetisch und kulturell weit angemessener sein werden als das brandenburgisch-preußische Barbarenland. Kurz gesagt, vor uns liegt ein gewaltiger Berg an Arbeit. Aber schwelgten die Berliner nicht schon immer gern in der Illusion des Gigantischen? "Potsdamer Platz - größte Baustelle Europas", "Hauptstadt-Airport BBI - Flughafen der Zukunft", "Gendarmenmarkt - schönster Platz des Kontinents", "Berliner Szene - die kreativste der Welt" ... Bitte sehr, hier ist es wirklich, das größte Bauprojekt Europas, das größte Kunstprojekt der Welt. Geboren von einem sympathischen Künstler, wie er typischer für Berlin nicht sein könnte. Und wenn wir schon von Kunst sprechen - unser Projekt hat allein in Bezug auf seine Umsetzung einen gewaltigen Vorteil: Es muss keine bürokratischen oder plebiszitären Hürden nehmen, eine Akzeptanz durch den Wähler ist nicht erforderlich, nein, als Kunstprojekt dieser Größenordnung muss es lediglich vom Bundestag abgesegnet werden wie einst die Verhüllung des Reichstagsgebäudes. Zu Beginn der geoterrestischen Umformung bedarf es noch einer Anschubfinanzierung durch die Weltbank und weitere Finanzkonsortien, koordiniert vielleicht von der OECD, doch bald wird das Projekt finanziell zum Selbstläufer werden, davon ist der Initiator der Idee überzeugt. Die Arbeitslosigkeit wird auf Null sinken, der Wohlstand wird gesamtdeutsch auf schwäbisches Niveau ' raufklettern. Der Länderfinanzausgleich wird überflüssig werden. Allein die Einahmen aus dem Tourismus werden alle Erwartungen übertreffen. Man muss sich immer vor Augen halten: Deutschland wird über das Siebenfache seiner heutigen Küstenlinien verfügen. Das wird die ganze Welt sehen wollen! Und sie wird sich das was kosten lassen. Der Aufbau Ost, hier ist er endlich. Wir Deutschen haben - vielleicht zum ersten Mal in unserer Geschichte - eine wirklich sinnvolle Aufgabe vor uns. Ein "New Deal" im Alten Europa, wer hätte das erwartet? Viele Probleme, die jetzt noch unlösbar erscheinen, werden sich in Nichts auflösen. Einwanderung in die Sozialsysteme? Wer wandert schon ein, wenn er statt des Antragsformulars einen Spaten in die Hand gedrückt bekommt? Ganz bestimmt wird es auch Gegner des Projektes geben, intellektuelle Bedenkenträger in den öffentlich-rechtlichen Medien, gutsituierte Bürgerkinder in den "antikapitalistischen" Gruppierungen, und aufgebrachte Anwohner, die meinen, dass der Fortschritt vor ihrer Haustür zu enden habe. Deshalb wird auch von der Polizei Kreativität bei der Anwendung deeskalierender Mittel erwartet, der Schlagstock allein wird hier nicht viel richten können. Im Dialog mit besonders engagierten Kombattanten sollten dann eher THC-Bestäuber oder aufheiternde und Testosteron-senkende Aerosole zum Einsatz kommen. Weniger hitzig Gestimmte aber werden sicher ihre Befreiung aus ihrem althergebrachten Trott zu würdigen wissen. Letzlich muss von vielen Menschen, die heute noch die ostdeutschen Wüstengebiete bevölkern, Mobilität und Pioniergeist beim Erschließen neuer Siedlungsräume erwartet werden. Den vielen armen Teufeln immerhin, die in Berlin qualvoll an ihren Illusionen zerbrochen sind, wird ihre Umsiedlung wie die Errettung aus dem Fegefeuer erscheinen. Jetzt stellt sich nur noch die Frage, was unsere Nachbarn davon halten. Insofern es sie tangiert, sollte uns ihre Meinung durchaus interessieren, denn bei uns ist das Geschrei ja auch immer groß, wenn wir uns übergangen fühlen. Ein Land vor allem wird von diesem Projekt ganz besonders beeinflusst, und das ist Polen. Den Polen wird ihre Transitverbindung über Land nach Frankreich und Benelux beschnitten (nur in dem kleinen Eckchen am Dreiländereck würde noch die Neiße wie bisher die Grenze bilden). Und, schwerwiegender noch, das Klima wird sich auch bei ihnen ändern. Maritime Strömungen werden künftig den ehemals vom Kontinentalklima geprägten Westen des Landes beherrschen. Ohne ein Einverständnis Polens wird es also keine Flutung der deutschen Beitrittsgebiete geben können. In dieser Hinsicht aber ist der Künstler optimistisch. Politisch und geostrategisch gesehen gewinnen die Polen nämlich einen gewaltigen Zuwachs an Sicherheit. Ihre Grenze zu Deutschland ist nicht mehr die Oder sondern die neue Ostsee. - Und die ist internationales Gewässer. Die neue Ostsee wird kein deutsches Binnenmeer sein. Dies ist die Voraussetzung für eine polnische Zustimmung zum geoterrestischen Umbau. An der neuen polnischen Westküste wird die US Navy Stellung beziehen. Ein ganz normaler Vorgang innerhalb der NATO, für Polen aber ein zusätzlicher Schutz vor einer möglichen Aggression aus westlicher Richtung, neben dem allgemeinen Schutz vor einem Überraschungsangriff, den das Meer an sich schon bietet. Das sei jetzt Schnee von gestern, eine deutsche Aggression gegen Polen? Nicht, wenn man an die Brüskierungen denkt, die unter der Herrschaft der Schröder-Fischer-Gruppe gegenüber Polen vorgenommen wurden. Unter einer neuerlichen sozialistischen Regierung könnte sich das durchaus wiederholen. Im Zuge der aqua-technischen Umgestaltung jedoch wird sich das geopolitische Koordinatensystem Europas erheblich verändern. Für die Russen ist nämlich der langgehegte Traum vom russisch-deutschen Bündnis als antipolnische Zange geplatzt. Und zwar für immer. Wem nützt schon eine Zange, die nur noch einen Griff hat? Genosse Präsident und Genosse Ministerpräsident werden nun keine Sinn mehr darin sehen, in eine - weit hinter das Meer abgedriftete - deutsche Drohkulisse zu investieren. Ein seit 300 Jahren schwelender Brandherd ist endlich gelöscht. Europa wird sicherer werden, der Frieden auf unserem alten Kontinent erfährt eine spürbare Stärkung. Für das deutsche Volk wird zudem auch die Innenpolitik wieder transparenter. Da es für die russischen Machthaber künftig nutzlos sein wird, deutsche Politiker zu korrumpieren, wird sich der Wähler auch nicht mehr fragen müssen, ob denn der hier oder der da oder dieser oder jener Vertreter "erneuerbarer Energien" noch seine Interessen vertritt oder nicht auch schon auf der Gehaltsliste von Gazprom steht. Neben dem materiellen und dem politischen Vorteil und dem unbestreitbar hohen ästhetischen Gewinn - Deutschland ist ein wunderschönes, vom Meer umschmeicheltes, markant aufmodelliertes Gebirgsland geworden - gibt es noch einen Aspekt, der unterschwellig, aber um so grundlegender seine Wirkung entfalten wird: Er ist zusammengefasst in dem Leitsatz "Natur prägt Kultur". Geophilosophen von Nietzsche bis Falter haben dies auf anschauliche Weise belegt. Spürt es denn nicht jeder, dass die berlinisch-brandenburgische Erde seit ewigen Zeiten bei ihren Bewohnern für Missmut und Missgunst sorgt, für eine übellaunige Grundstimmung, die sich regelmäßig im Destruktiven entlädt? So, als würde diese Region von einem Dämon beherrscht, der die Missgeburt Preußen hervorgebracht und dem späteren Jugendwerkhof DDR ihren Unterbau geliefert hat. Ein Dämon, der nun wieder verstärkt seinen üblen Atem ausbläst. Die Traumgespinste von einem Neosozialismus im Bündnis mit religiösen Fanatikern wabern hier dichter als irgendwo sonst. Der Staat Preußen, 1945 aufgelöst. Tatsächlich? Gesamtdeutsch ächzen wir immer noch unter dieser Hypothek. Aber nicht mehr lange! Bald wird geflutet. Dann haben wir's hinter uns. Wir können nur gewinnen. Geopsychologisch werden wir uns dann nicht mehr im Schwebezustand zwischen West und Ost fühlen. Mitten in den Westen hineingerückt, so werden wir uns künftig sehen. "Natur prägt Kultur". Unsere radikal veränderte Natur wird zu einem fundamentalen Wandel in unserer Wahrnehmung der Welt führen. Werden wir weiterhin unsere Nachbarn als Lehrmeister bevormunden wollen? Werden wir Arschkriecherei vor Diktatoren weiterhin als "Gebot der Vernunft" uns schön reden wollen? Werden wir dann immer noch die Freien und Selbstbewussten auf dieser Welt voller Hass und Neid angiften? Nein. Ausgeschlossen. Wir werden nicht mehr verstehen, wie wir das jemals tun konnten. Ein Ring aus Kalk, der unser kollektives Hirn bis jetzt umschlossen hält, wird bröckeln, aufbrechen und von uns abfallen. Wir werden uns endlich den echten Herausforderungen unserer Zeit stellen. Den Technologien der Zukunft, den großen Aufgaben des Raumfahrtzeitalters. Darauf sollten wir uns alle freuen. |
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